Natur- und erdgeschichtliche Umweltbildung

rund um das Weinfelder Maar am 14.06.2017

Der Natur- und Geopark Vulkaneifel hatte die Kindergärten und Grundschulklassen der Region für Mittwoch, den 14.06.2017, zu einem "Umweltbildungsparcours" rund um das Weinfelder Maar eingeladen. Dieser Einladung waren auch einige Klassen der Grundschule Mehren gefolgt.

An verschiedenen Stationen wurde über die Möglichkeiten der außerschulischen Umweltbildung informiert und  konkrete Ansätze zu den Themen "Vulkanismus, Erdgeschichte, Flora und Fauna sowie regionale Geschichte" vorgeführt.

"Mein Zuhause" kennen und schätzen lernen war das Motto der Veranstaltung. So war es eine gute Idee der Veranstalter, dieses Motto jedem Kind in Form eines "Buttons" mit auf den Weg zu geben.

Folgende Stationen wurden von der Klasse 2 a besucht:

Netzwerk "Wiese"

Jedes Kind im Kreis übernahm die Rolle eines Lebewesens, das in irgendeiner Weise wichtig für die Wiese ist (Apfelbaum, Biene, Gräser, Löwenzahn, Neuntöter, Meise, Regenwurm, Hase, Raupe, Bläuling, Hecke, Maus,...). Dann wurde überlegt, wer wen braucht (z.B. die Biene die Blüten des Apfelbaumes, der Baum die Biene zum Bestäuben). Entsprechend spannten die Kinder einen Faden. So entstand ein komplexes Netzwerk. Die Frage von Herrn Munkler: "Was passiert, wenn wir Menschen eines dieser Einzelteile (Apfelbaum, Hecke...) entfernen?" konnten die Kinder anschaulich beantworten, denn das Netzwerk fiel in sich zusammen.

Beim Imker

Die Schautafel (Foto links) soll die Bedeutung der Tiere für die Ernährung der Menschen darstellen: Daher ist die Biene, nach Rind und Schwein an dritter Stelle, so überdimensional groß dargestellt.

Den Schülern der Klasse 2 a, die sich bereits im Unterricht mit den Bienen intensiv befasst hatten, war sofort klar, dass der Hauptnutzen der Biene in der Bestäubung liegt: ohne Bestäubung gibt es keine Früchte (mittleres Foto).

Beeindruckend war das emsige "Gewusel" der Arbeiterinnen beim Blick in den mit der Glasscheibe präparierten Bienenstock, in dem es normalerweise "stockdunkel" ist.(Foto rechts)

Wald macht Schule

An dieser Station waren die Präparate des "Waldmobils" ausgestellt: Scheue Tiere des heimischen Waldes waren hier zu betrachten und zu "begreifen".

Die Kinder nannten die Namen der Waldtiere (die besonderen Bezeichnungen für "Vater, Mutter, Kind"), besprachen ihre Nahrung und den genauen Wohnort (So lebt der Hase in einer Sasse (Grube), das Kaninchen jedoch unterirdisch in einem Bau). Auch Fuchs und Dachs graben sich eine Höhle. Dass der Dachs dies viel besser kann als der Fuchs, lässt sich aus dem Vergleich der Läufe (rechtes Bild) schließen. Im direkten Vergleich von Gehörn und Geweih wurde auch der Größenunterschied von Rehen und Hirschen augenscheinlich.

Fell und Spur mussten dem Namen des jeweiligen Waldtieres zugeordnet werden, eine Herausforderung nicht nur für die Kleinsten (linkes Bild).

50 m Erdgeschichte

An dieser Station war ein 50 Meter langes Maßband ausgerollt, das das Alter unserer Erde veranschaulichen sollte.

Zu jedem Zeitalter der Erde gab es einen kurzen Merktext, der von den Kindern zu lesen und zuzuordnen war. Zum Schluss wurde das Maßband abgeschritten, wobei erstaunliche Entdeckungen gemacht werden konnten:

Der Mensch taucht erst verhältnismäßig spät in der Erdgeschichte auf. Die Zeit des Vulkanismus und die Entstehung der Maare sind auch noch relativ jung. Die Dinosaurier lebten lange vor unserer Zeit. Sie sind ausgestorben, "vermutlich, weil ein Meteorit in die Erde eingeschlagen ist", mutmaßt Vincent, "da ist lange nichts mehr gewachsen und die hatten nicht mehr genug zu fressen".

Wenn die Thematik auch recht anspruchsvoll für Zweitklässler war, so ist es doch gelungen, anhand des Maßbandes die zeitliche Dimension der Erdgeschichte zu veranschaulichen.

Vulkanismus, Entstehung der Maare

Auf dem Plateau am Kraterrand des Weinfelder Maares wurde es offensichtlich: "Mein Zuhause" ist geprägt von Vulkankegeln und Maaren. Wie diese entstanden sind, erzählten die beiden Umweltbildner auf kindgemäße Art und Weise, unterstützt von anschaulichen Skizzen (Foto links).

Ziegen im Maarkessel (Foto unten)

Vulkanismus, Gesteine, Schichtung

Den (ehemaligen) Vulkan von innen betrachten konnte man in der Lavagrube Otten. Dort wird Lava abgebaut. An den Abbauwänden waren die unterschiedlichen Ablagerungsschichten deutlich erkennbar. Die Kinder konnten auch hier den Unterschied zwischen den vulkanischen Steinen und dem Schiefer, der bereits in der Devonzeit entstanden ist und das "Urgestein" der Eifel ausmacht, begreifen.

Lernort Bauerhof, Ziegen und Käse sowie

Die Sage vom Totenmaar

waren weitere Angebote, die die Klasse 2 a (Foto rechts) jedoch nicht mehr wahrnehmen konnte. Der Wandertag war, dank des vielfältigen Angebotes und großen Engagements der einzelnen Umweltbildner, äußerst interessant, kurzweilig und sehr lehrreich.

Ein herzliches Dankeschön, im Namen der Schulgemeinschaft!

(Monika Theisen)

Klasse 2 a bei strahlendem Sonnenschein am Umweltbildungstag "Mein Zuhause"