Besuch im Nostalgikum

Am 12.03.14 besuchten wir, die Drittklässler, gemeinsam mit unseren Lehrerinnen Frau Theisen und Frau Rhodius, das Nostalgikum in Uersfeld.

Es ist ein „Nostalgie-Erlebnis-Museum“, indem man sich in das Leben der 1940ger,
-50ger und -60ger Jahre hineinversetzen kann, also in die Zeit, als unsere Großeltern noch klein waren. Zuvor hatten sich unsere beiden Klassen im Unterricht mit dem Thema "Früher und heute" befasst.

Nach dem Museumsbesuch mit der äußerst interessanten und anschaulichen Führung durch Frau Bußmann und Frau Palm haben wir nun eine Vorstellung von der Zeit, als unsere Großeltern noch klein waren.

Klasse 3 a und 3 b

In der Kneipe

Als Erstes besuchten wir eine typische Kneipe dieser Zeit. Dorthin kamen die Männer am Wochenende, wenn sie ihre „Lohntüte“ erhalten hatten. Hier tranken sie nach einer harten Arbeitswoche Bier und spielten Karten. In der Kneipe wurde jedoch auch gefeiert und getanzt. Der Wirt hatte eine „Jukebox“ mit vielen Schallplatten. Wenn man Geld einwarf, konnte man einen Titel wählen, der dann abgespielt wurde. Außerdem stand in der Kneipe oft der einzige Fernseher im Ort. Man traf sich dort, um gemeinsam fernzusehen. Für einen bestimmten Geldbetrag lief der Fernseher eine Stunde lang. Damals gab es nur ein Programm, die ARD, und insgesamt wurde fünfzehn Stunden pro Woche gesendet, natürlich nur in Schwarzweiß.

In der Schule

Als Nächstes gingen wir in den Klassenraum des Nostalgikums.

Früher wurden in den Dorfschulen alle Klassenstufen in einem, höchstens zwei Räumen unterrichtet.

Die Schüler saßen auf Bänken. In der ersten Klasse schrieben die Kinder nur auf eine Tafel. Mit Schwamm und Lappen konnten die Übungen wieder ausgewischt werden. Erst in späteren Schuljahren wurden Feder und Tinte verwendet. In der Schulbank von damals befindet sich in der oberen Mitte eine Vertiefung für das Tintenfass. Vor hundert Jahren schrieben die Schüler in der Sütterlinschrift.

Da es kaum Bücher gab, mussten die Lehrer mit wenigen Anschauungsmitteln auskommen, wie beispielsweise Karten und ausgestopften Tieren.

Es war früher durchaus üblich, dass die Schüler mit ihren Lehrern auf die Kartoffeläcker geschickt wurden, um den „Kartoffelkäfer“ einzusammeln, der sonst die Ernte gefährden konnte. Spritzmittel kannte man noch nicht und auf die Ernte war man angewiesen, denn ohne Kartoffeln wurde man im Winter nicht satt.

 

Im Tante-Emma-Laden

Einkaufen konnte man früher auf dem Dorf in sogenannten „Tante-Emma-Läden“. Man kam in das Geschäft, sagte der Verkäuferin, was man haben wollte, und wurde bedient. Viele Waren wurden lose verkauft, das heißt, dass zum Beispiel die gewünschte Menge Mehl abgewogen und dann erst in Tüten verpackt wurde. Manche Bauern bezahlten nicht mit Geld, sondern mit Eiern oder mit Butter, die sie selbst erzeugt hatten. Ein Hering konnte damals gegen ein Ei eingetauscht werden (im Vergleich: heute müsste man bestimmt 10 Eier dafür geben). Die Größe des Eies wurde mit einer Eierwaage gemessen. Die Waage der Verkäuferin war gleichzeitig eine „Rechenmaschine“, sie zeigte den Preis in Abhängigkeit vom Gewicht an.

Im Postamt

Der nächste Raum, den wir besuchten, zeigt ein altes Postamt mit einem Beamten, der die Briefe in ein Regal je nach Ort und Straße einsortiert. Im Postamt gab es früher einen Münzfernsprecher, von dem aus telefoniert werden konnte.

In der heutigen Zeit, in der fast alle Haushalte über einen Telefonanschluss und die meisten Erwachsenen zusätzlich über ein Handy verfügen, ist es kaum noch vorstellbar, dass es in den 40ger und 50ger Jahren oft nur ein oder zwei Telefone in einem Dorf gab.

Die Post war früher auch für Geldgeschäfte wichtig, weil es kaum Banken gab. Im ländlichen Gebiet, wo keine Busse fuhren, konnte man auch mit dem Postbus (Kraftpost) mitfahren.

Beim Friseur

Weiterhin besichtigten wir einen alten Friseursalon. Interessant war der Sessel mit der Wendesitzfläche.

Im Bad
Im Badezimmer konnte man einen Kessel sehen, in dem das Wasser für das Bad erhitzt wurde. Badetag war einmal in der Woche. Die Erwachsenen und die Kinder badeten nacheinander in ein und demselben Wasser. Anschließend wurde dieses noch zum Einweichen der Wäsche benutzt. Die Wäsche war früher viel schmutziger als heute, auch weil sie nur einmal pro Woche gewechselt wurde.

Im Speicher des Nostalgikums befinden sich noch weitere Ausstellungsbereiche. So konnten wir eine alte Schusterei sehen (mit „Leisten“ und genagelten Schuhen), eine Sattlerei (mit einem Sattel, Lederhosen und Gamaschen), eine Malerwerkstatt, eine Imkerei, eine Schneiderei und vieles mehr.

Zum Abschluss sahen wir uns die Spiel- und Haushaltsgeräte im Eingangsbereich des Museums an.

zu den Bildern der weiteren Ausstellungsbereiche